Freitag, 7. Juni 2013

Blogparade Fremdsprachen lernen

Auszug aus meinem
ersten Vokabelheft
Als Lernbegleiterin verfolge ich die Blogparade meiner Texttreff-Kollegin Ricarda Essrich zum Fremdsprachen lernen mit großem Interesse, als Autorin juckt es mich in den Fingern, etwas dazu zu schreiben und als Fremdsprachen-Honk überlege ich, was ich schreiben soll.
Dabei fing alles mit mir und den Fremdsprachen so gut an. Kein Wunder, schließlich bin ich quasi zweisprachig aufgewachsen, da meine Eltern untereinander Borkener Platt sprachen.

Ich erinnere mich, dass ich in der fünften Klasse mit wirklicher Begeisterung Englisch gelernt habe. Der Auszug aus meinem ersten Vokabelheft ist ein schöner Beweis dafür, oder? Zu Weihnachten bekam ich eine Lernkartei, die - wie sich später herausstellte - meine Mutter bei Quelle geordert hatte und schon am ersten Weihnachtstag habe ich mit Feuereifer Karteikärtchen geschrieben.
Doch dann verschwand die Englisch-Lehrerin von der Bildfläche; wir bekamen in der sechsten Klasse einen Native-Speaker als Lehrer und verstanden nichts. Ich bin gar nicht sicher, ob er wirklich Lehrer war oder einfach ein Engländer (oder Amerikaner? oder Australier?), der in unserem Englisch-Unterricht eingesetzt wurde. Von da an ging's bergab und ich habe nie wieder den Spaß an der Sprache gewinnen können.
Ganz ähnlich erging es mir mit Latein als zweiter Fremdsprache. Die erste Lehrerin schaffte es, mit ihrem Unterricht meine Neugier zu wecken und mich zum Lernen zu motivieren. Wieder gab es einen Lehrerwechsel und meine Noten zeigen, dass es danach vorbei war mit meiner Nähe zu der Sprache.
Aber ich habe nicht aufgegeben, denn grundsätzlich faszinierten mich Sprachen. Wann immer wir in die benachbarten Niederlande zum Einkaufen fuhren, habe ich mit großem Vergnügen Wörter gelernt und genau hingehört, wie sie ausgesprochen werden.
Ich denke, wenn ich mir die Sprachen selbst hätte erobern dürfen, könnte ich heute viele Sprachen verstehen und sprechen. Aber die Lehrer, die den Unterricht furchtbar schematisch angelegt haben, haben mir den Spaß verdorben. Das gilt auch für den Französisch-Unterricht, für den ich mich in der neunten oder zehnten Klasse angemeldet habe. Voller Elan - mit mäßigem Erfolg, wie ich bei meinem letzten Frankreich-Aufenthalt feststellen musste.
Wie gesagt, ich war immer offen für Sprachen, habe fasziniert zugehört, wenn sich meine Eltern mit den Verwandten im Plattdeutsch unterhielten, ich habe mich in der Schule für eine Russisch-AG gemeldet und während meines Studiums Grundkurse in Italienisch und Niederländisch besucht. Aber keiner der Dozenten hat es geschafft, mich mit seinem Untericht zu begeistern. Deshalb finde ich es so schade, wenn ich sehe, dass in den Grundschulen zwar Englisch als Fremdsprache eingeführt wurde, der Unterricht aber schon wieder so verschult wird, statt einfach Sprache miteinander zu erleben.
Wenn ich nachdenke, wie ich am besten gelernt habe, dann waren es die Bücher in englischer Sprache, die mich vorangebracht haben. Eine Zeit lang habe ich nur englischsprachige Krimis gelesen und war selbst überrascht, als ich bei dem Einstufungstest für einen Sprachkurs in die zweithöchste Stufe eingeordnet wurde. Und gehe ich die Liste meiner Träume durch, dann gehört dazu auch, eine längere Zeit in einem Land zu leben, in dem ich Englisch oder Französisch beim Leben auffrischen kann.

Kommentare:

  1. Bücher, Radio und Fernsehen haben auch mir sprachlich ganz gut aufs Pferd geholfen. Wenn ich mich allein auf die Schule verlassen hätte, sähe es mit meinen Fremdsprachenkenntnissen noch mauer aus als dies in Wirklichkeit der Fall ist.

    Wer in der Nähe einer US-Kaserne aufwächst, kommt ums Englische kaum herum. Es gab Nachbarn, Veranstaltungen, Radioprogramme mit viel coolerer Musik als im deutschen Regionalprogramm, Comics und Bücher. So bin ich da reingerutscht. Ein paar Jahre lang hatten wir sogar englischsprachiges TV-Programm.

    Das erste, was meine US-Kollegen sagen, wenn sie mich kennenlernen: "Du hast dein Englisch aber auch nicht aus der Schule." Nee. Dazu isses zu wüst und zu wenig perfekt. Aber ich komme ganz gut klar.

    In Latein hab ich mich mit mittelprächtigem Interesse und ebensolchem Erfolg durchgewurstelt. Lieber hätte ich danach Spanisch oder Russisch gelernt als Französisch. Aber das wurde nicht angeboten. Keine Motivation, kein schulischer Erfolg.

    Aber Familie und Freundeskreis sind multikulturell und vielsprachig. So hab ich mir hier und da ein bisschen was angeeignet und spreche mittlerweile viele Sprachen gleich schlecht. Passt schon. Bin ich halt ein sprachlicher Universaldilettant. In meinem Alter verlangt zum Glück niemand mehr, dass ich irgendwo Abiturniveau erreiche.

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Edith, das ist natürlich super, die US-Kaserne ums Eck. Ich bin zwar an der holländischen Grenze aufgewachsen, aber dort sprachen in meiner Kindheit viele Deutsch - mein Vater hingegen hat sich in den Niederlanden immer gut mit seinem Plattdeutsch durchgewurschtelt :-)
    Liebe Grüße Birgit

    AntwortenLöschen