Montag, 4. März 2013

Celebrate Your Name Week

Bei meiner Recherche nach besonderen Gedenktagen bin ich auf diese interessante Woche gestoßen, die der Namensforscher 1997 initiiert hat: Celebrate Your Name Week. Sie findet immer in der ersten vollen März-Woche statt und beginnt jetzt gerade. Zeit genug also, um den eigenen Namen zu feiern und sich einmal mit der Bedeutung von Namen zu beschäftigen.
Eine Studie der Universität Oldenburg hat schließlich gezeigt, dass der Vorname Einfluss auf die Bewertung durch einen Lehrer hat. Lehrer assoziieren anscheinend mit einem Namen einen Bildungshintergrund und erwarten von Alexander oder Sophie mehr als von Kevin oder Chantal.

Inzwischen sollten Eltern das wissen, vielleicht tauchen Chantal und Kevin deshalb in der Liste der beliebtesten Vornamen 2012 nicht mehr auf. Stattdessen findet man dort "Ben", da lag ich mit meinem Kinderbuch "Ben gefangen im Watt" ja ziemlich gut, obwohl ich den Namen ohne jede Internetrecherche ausgewählt habe. Mieke, Susa und Timo tauchen erst gar nicht auf, wie schön, ich versuche ja immer eher unübliche Namen zu verwenden. Das Gute daran ist, dass bei Lesungen kaum Kinder mit den Namen im Publikum sitzen. Ansonsten gibt es bei jeder Namensnennung Gekicher und kleine Tumulte, weil die betroffenen Kinder ihren Namen feiern - ohne dass sie je von der "Celebrate Your Name Week" gehört hätten.
Ich würde meinen Namen gerne feiern, aber ich bin schon als Jugendliche nicht fündig geworden. Mal hieß es, Birgit sei eine Abkürzung von Birgitta (Birgersdotter) nach der Ordensgründerin Birgitta von Schweden (1303 - 1373) und mal von Brigitte nach den keltischen Göttinnen Brigid oder Bigantia oder der Heiligen Brigida von Kildare (451 - 523). Selbst über den Namenstag, der im katholischen Münsterland gefeiert wurde, gab es Streit. Meine Mutter behauptete steif und fest, in ihrem Gebetbuch stehe der 8. Oktober und in fast allen Kalendern taucht der 23. Juli auf. Trotzdem fand ich meinen Namen immer schön und war als Sechsjährige empört, dass mein Lehrer ihn mit "tt" schrieb. Wie konnte er! Wikipedia hat übrigens noch eine neue Variante ins Spiel gebracht, Birgit sei die weibliche Form von Birger und - jetzt kommt's - bedeutet soviel wie Helferin und Schützerin. Es lohnt sich also, doch noch einmal die Bedeutung des eigenen Vornamens zu googlen. Ok, die Einschätzung, die mit dem Namen Birgit verbunden wird, finde ich jetzt nicht so zutreffend, aber interessant ist dieser Link trotzdem. Hier finden sich Informationen über Vornamen und ihre Verbreitung und zum Teil auch Einschätzungen, welche Attribute mit dem Namen verbunden werden.
Bei der Recherche habe ich außerdem noch diesen interessanten Artikel gefunden, in dem die Bedeutung einzelner Namensteile wie "trud" (= Kraft) oder "gard" (= Einfriedung) erklärt wird.
Forsche ich, weil ich schon einmal dabei bin, nach dem Namen "Ebbert", finde ich außer der Information, dass es die meisten Telefonanschlüsse unter diesem Namen im Kreis Borken gibt, nichts. Und dass der Kreis Borken fest in der Hand von zwei Ebbert-Clans ist, deren Verwandtschaftsgrade noch keiner herausgefunden hat, wusste ich schon. Oh, nun sagt Meyers Enzyklopädie, der Name wäre eine verkürzte Form von "Eckbert". Aha. Außerdem habe ich erfahren, dass es in Nordamerika die meisten Ebberts gibt und außerdem tauche ich als erste unter "Personen mit Reputation" auf. Eine herrliche Beschäftigung für trübes Wetter: Namen surfen. In diesem Sinne "Celebrate Your Name" - muss ja nicht die ganze Woche sein.

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