Montag, 12. September 2011

Antje Szillat: Solange du schläfst

Als Anna mit ihren Eltern aus Bremen in das Haus auf dem Land zieht, ist sie nicht sonderlich begeistert, allenfalls die Aussicht auf tägliche Ausritte können sie locken. Zum Glück ist sie nicht die Einzige, die neu in die Schule kommt, in der sich scheinbar alle seit Jahren kennen. Gleich am ersten Tag begegnet sie Jerome, der in jeder Hinsicht anders ist als die anderen Jungen, die sie kennt: einfühlsam, interessiert und mit dunkler Hautfarbe. Während seine Hautfarbe die anderen Schüler zu Mobbingattacken veranlasst, fühlt Anna sich zu dem Jungen hingezogen, schnell wird sie zum Spielball zwischen Jerome und dem Sohn des Bürgermeisters. Dennoch hält sie zu Jerome – auch und gerade als er nach einem Übergriff reglos im Krankenhaus liegt und niemand weiß, ob und wann er wieder zu sich kommt.

"Solange du schläfst" aus dem Coppenrath Verlag ist ein berührendes Buch, das die Leser mitnimmt in die Welt heutiger Jugendlicher, nicht nur auf dem Land, auch wenn die Geschichte dort angesiedelt ist. Sie sind hin- und hergerissen zwischen ihren eigenen Idealen, ihrem Herzen und dem Wunsch, irgendwo dazuzugehören. Anna entscheidet sich für ihr Herz und muss sich dafür einiges gefallen lassen, allerdings macht sie auch Erfahrungen, die ihr niemand nehmen kann und die ihr ganzes Leben und Denken beeinflussen können. Der Autorin Antje Szillat ist es gelungen, diese Liebesgeschichte mit Tiefgang einfühlsam und dennoch mitreißend zu schreiben, sodass einen das Buch und seine Figuren kaum loslassen.

Ein Dankeschön auch an Antje Szillat, dass sie mir drei Fragen zu dem Buch beantwortet hat.

1. Was hat dich angeregt, diese Geschichte zu schreiben?
Das waren gleich mehrere Dinge. Ich wollte schon lange einen Liebesroman schreiben, der aber nur auf den ersten Blick ein Liebesroman ist. Gleichzeitig sauste mir schon eine ganze Weile eine Idee durch den Kopf, die mit dem kleinen Dorf und dem Leben, wie ich es damals dort empfunden habe, zu tun hatte. Was mich letztendlich dann aber dazu veranlasst hat Solange du schläfst zu schreiben, weiß ich gar nicht mehr so genau. Eines Tages habe ich mich hingesetzt und habe angefangen zu schreiben. Dann habe ich meiner Lektorin davon erzählt und so ist die Geschichte gereift.

2. Hast du für das Buch recherchiert und wenn ja, wo?
Ich habe ja selbst vor vielen Jahren in dem kleinen Dorf (natürlich heißt es in Wirklichkeit nicht Mahlhausen) gelebt. Fast sieben Jahre. Das war also meine „Dorfrecherche“. Was das Thema Pferde betrifft, so brauchte ich auch hier nicht lange zu recherchieren, da ich seit meinem sechsten Lebensjahr reite und viele Jahre eigene Pferde hatte. Zum Beispiel Rashun, der in Solange du schläfst Anna gehört, den ich im wahren Leben aber nie geritten bin, da er mit drei Jahren bei einem Weideunfall tödlich verunglückt ist. Als nun Anna mit ihm über die Felder geprescht ist, war es so, als ob ich ihn selbst reiten würde. Ein wunderbares Gefühl, aber auch sehr traurig. Ich habe diesen wunderschönen Vollblutarber bis heute nicht vergessen und in der Geschichte konnte er somit wieder ein Stückweit lebendig werden.Alles was die medizinischen Recherchen betraf, so habe ich dafür einer sehr netten Ärztin unzählige Löcher in den Bauch fragen dürfen. Das war sehr hilfreich.

3. Wer hat sich den wunderschönen Titel ausgedacht?
Tatsächlich ich. Vom ersten Moment an hieß der Roman in meinem Kopf Solange du schläfst. Dann stand er lange Zeit „nur“ als Arbeitstitel fest und wir wollten uns Gedanken zu einem endgültigen Titel machen. Doch dann meinte meine Lektorin eines Tages, dass sie Solange du schläfst einfach so gut und passend fände, dass man im Verlag zu dem Entschluss gekommen sei, den Titel nicht zu verändern. Was mich natürlich sehr gefreut hat.
Das tolle Cover ist aber die Idee meiner Lektorin gewesen. Ich war selbst total baff, als ich es das erste Mal gesehen habe.

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