Freitag, 1. April 2011

"Villa des Schweigens" - Jugendkrimi mit Gänsehautfaktor

Eines muss ich zu diesem Buch "Villa des Schweigens" von Ulrike Rylance gleich sagen: Man sollte es nur lesen, wenn man viel Zeit hat, also eher in den Ferien und am Wochenende, besonders Schülern droht  die Gefahr, dass man Unterricht verpasst.
Doch worum geht es in dem Buch überhaupt? Nina verbringt die Ferien in Leipzig, weit weg von ihrer Familie, weil sie hier einen Ferienjob gefunden hat. Anfangs wohnt sie bei ihrer gestressten Tante, doch dann findet sie wie durch ein Wunder ein bezahlbares Zimmer ein einer alten Villa.

Die Freude über dieses Wunder währt jedoch nicht lange. Merkwürdige Dinge passieren im Haus und in ihrem Zimmer. In ihrem Schreibtisch entdeckt sie gar blutgetränkte Kleider und am Fenster des verbotenen Obergeschosses steht ein merkwürdig aussehender Mensch. – Mir läuft schon wieder ein Schauer über den Rücken, während ich das schreibe! Wundert es jemanden, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte?
Außer Nina leben in der WG noch Julius, dem das Haus gehört, Benjamin, Claire und Stefan, der gelegentlich seine Freundin Laura mitbringt. Jeder der Mitbewohner scheint eine Macke zu haben, doch das ist ja nicht ungewöhnlich in einer WG. Wenn da nur nicht diese komischen Erlebnisse wären, die Nina ängstigen.
Als nach einer Party auch noch Stefans Freundin Laura tot auf dem Flur liegt, reicht es Nina. Am liebsten würde sie gleich ausziehen, aber wo soll sie so schnell ein Zimmer hernehmen? Und wo sie schon in dem Haus bleiben muss, kann sie auch versuchen herauszufinden, wer Laura umgebracht hat. Denn an einen Selbstmord glaubt sie in dieser merkwürdigen Villa keine Minute.
Mit ihrer Neugier und ihrem Entschluss, in der Villa zu bleiben, hat Nina ihr eigenes Todesurteil gesprochen. Das weiß sie natürlich nicht, nur der Leser ahnt, was sich da anbahnt. Aber was soll er tun, um ihr zu helfen – die letzten Seiten schneller lesen? Schneller geht irgendwann nicht mehr, weil man die Spannung kaum aushält.
Ein toller Jugendkrimi, den man auch als Erwachsener noch mit großer Begeisterung lesen kann, spannend geschrieben mit einem Thema, das zumindest diejenigen unter den Lesern, die in einer WG gewohnt haben, an alte Zeiten erinnert und denjenigen, die eine WG noch vor sich haben? Die können sich mit dem Ende trösten, das ich natürlich nicht verraten werde!

Ulrike Rylance, über die es im Internet mehr zu erfahren gibt, hat mit freundlicher Weise drei Fragen zum Buch beantwortet:
1. Welche Erfahrungen hast du mit Wohngemeinschaften?
Durchwachsene. Partys und Spaß, aber auch Stress mit Mitbewohnern. Man kommt sich eben SEHR nahe, ob man will oder nicht. Morgelüste hatte ich zwar nie, aber in einer WG in England, in der ich mal gewohnt habe, hat am Ende keiner mehr mit den anderen gesprochen. Sauber gemacht hat natürlich auch keiner. Ich erinnere mich an fiese Stänkereien, geklautes Essen, verdreckte Töpfe mit schimmligem Belag und eine Pyramide aus leeren Klopapierrollen im Bad.

2. Hast du für den Krimi irgendwo oder irgendwas extra recherchiert?
Ich habe bei der Kripo Leipzig angerufen, weil ich mich genau erkundigen wollte, wie sie bei unklaren Todesfällen vorgehen. Der Mann am Telefon war sehr hilfreich, fragte aber leicht konsterniert "Warum müssen denn die ganzen Morde immer in Leipzig passieren?" 

3. Gibt es ein Vorbild für die Villa des Schweigens?
Eine Freundin von mir hat nach der Wende in einer verlassenen Villa in Jena in einer WG gewohnt. Der Besitzer war auf und davon. Das Haus war genau so wie die Villa im Buch: riesige Räume, verwilderter Garten, alles ein bisschen dunkel und ramschig und marode - aber voller Flair. Mittlerweile ist  das Haus wahrscheinlich saniert und langweilig ...
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1 Kommentar:

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