Mittwoch, 6. April 2011

Ein Hexenbuch der anderen Art: "Tilly und Mordusa"

Eigentlich sollte ich keine Hexenbücher lesen, während ich selbst gerade Zaubergeschichten schreibe. Aber nachdem ich in der Schreibwelt, einem Forum für Kinder- und Jugendbuchautoren, soviel von Tilly und Mordusa gehört habe, war ich so neugierig, dass ich es gleich lesen musste.
Die Hexen Tilly und Mordusa leben im Hexenmondtal. Eigentlich könnten sie friedlich nebeneinander leben, zumal Mordusa in einer Villa lebt, weil sie eine Edelhexe ist und Tilly in einem kleinen Häuschen. Doch die beiden verbindet etwas Besonderes, Mordusas Misstrauen Tilly gegenüber nämlich.

Tilly lebt er kurze Zeit im Hexenmondtal und Mordusa hofft, wünscht und ist eigentlich eigentlich auch überzeugt davon, dass Tilly eine Scheinhexe ist, dass sie gar nicht zaubern kann und schnellstens aus dem Hexenmondtal entfernt werden muss. Und damit das so schnell wie möglich geschieht, kümmert Mordusa sich darum, Tilly zu überführen. Dabei hätte sie selbst allen Grund, sich ruhig und unauffällig zu verhalten. Doch die forsche Mordusa hat wohl noch nie etwas gehört wie „Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein“ oder „Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.“ Sonst wäre sie nicht die blöde Situation geraten, in der sie sich in diesem Buch befindet. Zuerst wird sie in die Verbannung geschickt und verliert dazu noch ihren Rang als Edelhexe. Als sie endlich zurück ins Hexenmondtal darf, erreicht sie mit ihrer Rache an Tilly, dass sie vier Wochen nicht hexen darf. An Aufregungen mangelt es also nicht in dieser amüsanten Geschichte, in der Blumen die Farbe wechseln und Spülbürsten sich gegen das Spülen auflehnen, in denen Hexen mit Tieren und Pflanzen sprechen können und diese Fähigkeit geschickt einsetzen.
Fast könnte man meinen, das Buch sei verhext, weil es die Leser in den Bann zieht und sie es nicht aus der Hand legen können, ehe sie nicht wissen, ob und wie Mordusa für ihre Gemeinheiten bestraft wird. Natürlich siegt am Ende das Gute, schließlich ist das eine Geschichte für Kinder, die sich amüsieren möchten. Aber es siegt anders, als man denkt. Noch ein Grund, das Buch zu lesen, zumal es spannend geschrieben ist. Schade, dass ich das Buch hier bei mir noch nie in einer Buchhandlung gesehen habe.
Die Autorin von "Tilly und Mordusa" hat mir auch drei Fragen zu ihrem Buch beantwortet, nämlich folgende:

1. Welche Hexengeschichte hast du als Kind gerne gelesen?
Als Kind habe ich schon ganz gerne Märchen mit Hexen gelesen, die Faszination für Hexenfiguren hat bei mir aber eindeutig Otfried Preußler mit seiner kleinen Hexe gelegt und von da an habe ich mich für Hexenbücher mit Hexen interessiert, die nicht den „Märchenhexen“ entsprechen. Aber „Die kleine Hexe“ ist mein Lieblingshexenbuch geworden und geblieben.

2. Wie bist du auf die Idee für die Geschichte gekommen?
Angestoßen zu meiner Geschichte wurde ich durch eine Ausschreibung vor ca. 10 Jahren mit dem Thema Hexen, Zauberer und magische Wesen. Mir war gleich klar, dass ich Hexen in den Mittelpunkt stellen wollte, weil ich finde, dass Hexe sehr interessante Figuren sind. Hexen können starke Frauen darstellen, aber auch Schwächen zeigen, sie können furchtbar böse sein aber auch nett und  mir wurde schnell klar, dass ich genau damit spielen wollte, mit Schein und Sein.
Damals entstand allerdings nur der erste Teil, denn die Zeichenzahl war begrenzt. Also eine offene Geschichte, in der unklar blieb, ob Tilly nun hexen kann oder nicht. Meine Geschichte kam auch ein paar runden weiter, bis unter die ersten 30 oder so, aber dann flog sie raus und bei mir in die Schublade.
Lange Zeit war mir nicht klar, was ich damit machen könnte, bis ich sie dann – fast schon zufällig – meinem kleinem Verlag anbot. Die Antwort war dann insofern positiv, dass di Geschichte gefiel, aber dass sie einfach zu kurz sei für ein eigenen buch und Bilderbücher mache man nicht. Ob ich noch weitere Geschichten hätte, so dass man mehrere zusammen in ein buch packen könnte. Während ich so hin- und her überlegte, sagte mein Sohn: „Schreib doch eine Fortsetzung.“ Und das war´s! Ich wusste sofort, dass das für mich die beste Idee war, denn mir fiel auch sofort ein, wie es weitergehen musste. Meine Hexe Mordusa hat es mir quasi eingeflüstert.
Die Rücksprache beim Verlag ergab ein: „Ja, mach mal!“ Und so legte ich los und ließ mich durch diesen zweiten Teil sehr von meiner Hexe leiten, die anscheinend die ganze Zeit viel besser wusste als ich, was sie vorhatte. Nur am Schluss musste ich doch die Zügel wieder streng an die Hand nehmen.
Noch während ich an Teil zwei schreib, wurde mir klar, dass es einen dritten geben müsste, um die ganze Geschichte abzurunden und der Verlag gab auch dafür grünes Licht, nachdem ich Probeseiten von Teil zwei eingesandt hatte.
Aus heutiger Sicht muss ich sagen, dass s das Beste war, was meiner Geschichte passieren konnte, dass sie quasi angenommen aber für zu kurz befunden wurde. Denn witzigerweise habe ich noch immer den Eindruck, dass ich schon vor 10 Jahren ganz unwissentlich den Grundstein für die Fortsetzung gelegt habe, so stimmig ließ es sich fertig schreiben.

3. Hast du schon mal ausprobiert, ob du vielleicht Pflanzen oder Tieren verstehen kannst?
Ich denke, wer Haustiere hat oder gehabt hat, der weiß, dass man zumindest mit Tieren sprechen kann.
Auch wenn sie nicht in unserer Sprache sprechen, sie verstehen einzelne Worte und wir verstehen ihre Reaktionen darauf . Ich finde es sogar immer wieder erstaunlich, wie intensiv die Kommunikation sein kann, selbst mit einem Meerschweinchen.
Pflanzen zu verstehen ist ungleich schwerer und ich gehöre auch nicht zu denen, die versuchen mit ihnen zu sprechen. Aber solche Leute gibt es und manche behaupten auch, sie könnten mit ihren Pflanzen reden und die würden sie verstehen und Antworten geben. Sicherlich zeigen auch Pflanzen Reaktionen auf die Art und Weise wie wir mit ihnen umgehen und jemand, der mit ihnen spricht, ist sicherlich besonders sorgfältig in der Pflege seiner Pflanzen, erkennt schneller, wenn ihnen was fehlt und ob es Wasser Licht oder etwas anderes ist, was sich bestimmt positiv auf ihr Wachstum auswirkt.
Auch ich lebe gerne inmitten von Pflanzen und merke, dass es ihnen besser geht, wenn ich richtig Zeit in ihre Pflege investiere und mich mit ihnen beschäftige, wozu mir leider oft die Zeit fehlt. Dann gehen mir Pflanzen schneller ein.
Also auch Haus- und Garten-Pflanzen brauchen unsere Zuwendung, um zu gedeihen und Leute, die das gut können, also die Sprache der Pflanzen verstehen, die haben den sogenannten grünen Daumen wie man sagt.
Wenn man Sprache nicht als Lautäußerung betrachtet, sondern allgemein als Kommunikation, dann kann man tatsächlich mit vielen Lebewesen sprechen und sie auch verstehen – und ich merke gerade, dass bei diesem Thema ganz die Biologin in mir zum Vorschein kommt.
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