Samstag, 12. März 2011

Am Übergang zum 3. Reich - Recherche für einen Roman

Trotz oder gerade wegen den schönen Wetters habe ich mir heute einen Recherchetag gegönnt.
Das war, glaube ich, eine gute Entscheidung, denn ich habe zum Thema "Drittes Reich" recherchiert. Die Sonnenstrahlen vor meinem Fenster haben dafür gesorgt, dass ich diese dunkle Seite unserer Geschichte besser ertragen konnte.

Ich beschäftige mich schon seit vielen Jahren mit dem Thema, habe viel über den Nationalsozialismus gelesen und als ich über Erich Kästner promovierte, war die Jugend im dritten Reich ein zentrales Thema.
Heute hat mich aber interessiert, wie die Menschen eigentlich in den Monaten vor der Machtergreifung Hitlers, man muss ja eher sagen Machtzuweisung, gelebt haben und was sich im direkten Alltag geändert hat. Bei der Durchsicht meines wirklich umfangreichen Bücherregals zu dem Thema musste ich feststellen, dass es entweder kaum Literatur dazu gibt oder ich sie nicht besitze.
Es gibt viele viele Bücher über das Leben im Krieg, über die Ideologie, über Hitler und seine Mitstreiter, über seine Organisationen, über Jugend im 3. Reich und Frauen im 3. Reich, Literatur im 3. Reich und Wirtschaft im 3. Reich, doch darüber, wie die Menschen den Anfang erfahren haben, darüber gibt es kaum Bücher. Falls also jemand noch einen Tipp hat, nur her damit.
Was ich schon erkannt habe: Nachdem Hitler am 30. 1. 1933 Reichskanzler wurde, hat er es in wenigen Monaten geschafft, alle Menschen und Institutionen, die ihm und seiner Ideologie kritisch gegenüber standen, mundtot zu machen. Und das, obwohl er bei den letzten freien Reichstagswahlen am 5. März 1933 nicht einmal die absolute Mehrheit erreicht hat. Das hat mich etwas ratlos und entsetzt zurückgelassen. Mir ist aber auch klar geworden, dass die erste Hälfte des Jahres 1933 für die Menschen ein hektisches Jahr voller Unsicherheit gewesen sein muss, weil heute schon falsch sein konnte, was gestern noch richtig war.
Eine "schöne" Zeit habe ich mir da ausgesucht für meine Romanfiguren. Die Ärmsten. Ob sie das überleben werden? Darüber werde ich morgen nachdenken, jetzt muss ich mich erst einmal von der Wiederauffrischung dieser furchtbaren 12 Jahre deutscher Geschichte erholen.
Doch, wie gesagt, wenn jemand einen Buchtipp hat zum Leben der Menschen am Übergang von der Weimarer Republik zum Dritten Reich, bitte posten oder mailen. Vielen Dank!

Kommentare:

  1. Ich schreibe gerade an der Biographie eines Volksschullehrers, der im III. Reich erst Polizeipräsident in Dortmund, dann Regierungspräsident in Dresden und zuletzt Stabschef der SA wurde. Nach 1945 war er wieder politisch aktiv - als stellvertretender Bürgermeister einer niedersächsischen Stadt. Auch ein spannendes Thema.

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  2. Oh, das hört sich aber auch sehr interessant an und scheint kein leichtes Thema zu sein.

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