Sonntag, 6. Februar 2011

Jungsquote im Kinderbuch 1: Im Labyrinth der Silberspinnen

Während in den Medien, in allen Frauenforen und natürlich in der Politik über die Frauenquote disktutiert wird, haben sich einige Autorinnen der Jungenquote im Kinderbuch gewidmet. Und ich habe zwei dieser Bücher am Wochenende gelesen: "Echte Helden. Im Labyrinth der Silberspinnen" von Tina Zang und "Rick 1. Wie man seine durchgeknallte Familie überlebt" von Antje Szillat.

Zunächst einmal wollte ich wissen, was "echte helden" ausmacht und habe mich mit Paul, Tom, Henni, Arne, Ulli und dem Hund Ringo ins "Labyrinth der Silberspinnen" gewagt - trotz einer leicht vorhandenen Spinnenunsympathie, die ich mit Paul teile. (Sprich: Auch ein echter Held darf achtbeinige Krabbeltiere hassen.)
Eigentlich wollten die fünf Jungen nur Arnes neue Taschenlampe in einem stillgelegten Stollen ausprobieren. Doch vorher haben sie sich ewige Freundschaft geschworen und sich damit unbemerkt in eine andere Welt katapultiert. Statt der Holzplatten ist der Stollen plötzlich mit einer Metalltür versperrt und hinter der geheimnisvollen Tür warten nicht modrige Schächte oder Fledermäuse, sondern eine Rolltreppe, ein verrückter Professor und ein Mädchen, das entführt wurde. Eine Aufgabe für "echte helden" also, die sich auch gleich daran machen, den Bruder des Mädchens zu retten. Schon stecken sie mitten im "Labyrinth der Silberspinnen", die sich als ziemlich ekelig entpuppen. Zum Glück entdeckt Paul zufällig, wie man ihnen den Garaus machen kann und wofür sie sich wirklich interessieren.
Es ist wirklich eine unglaubliche und unglaublich spannende Geschichte, die Tina Zang sich da ausgedacht hat. Dabei ist sie noch so kurzweilig geschrieben, dass man das Buch kaum weglegen kann. Über die seltenen Wortkreationen - Was bitte schön ist "ronzen"? - werden sich nicht nur die Leser, sondern auch ggf. erwachsene Vorleser köstlich amüsieren. Fast hätte ich die pfiffigen Illustrationen und die tolle Gestaltung auch der Innenseiten vergessen.
Das Buch "Im Labyrinth der Silberspinnen" gehört übrigens zu einer Reihe, die am 16. Februar 2011 startet. Die fünf Freunde mit Hund finden sich nämlich in einem weiteren Band noch "In den Fängen des Roten Sheriffs" wieder.
Auch zu dem Buch hatte ich drei Fragen, die Tina Zang mir gleich beantwortet hat:

Wie bist du auf die Idee gekommen, dass ein Freundschaftsschwur interessante Erlebnisse ermöglicht?
Als meine Tochter zwischen 8 und 11 Jahren alt war, hat sie mit ihren Freunden oft ganze Tage im Wald oder am Bach verbracht, in „freier Wildbahn“, wo man noch so richtig Kind sein kann. Abends kam sie dann immer müde und glücklich (und meist auch sehr dreckig) heim und berichtete, was sie alles erlebt hatte. Vieles davon hatte natürlich nur in der Fantasie der Kinder stattgefunden und wurde liebevoll mit Details ausgeschmückt.
Als ich dann eine Reihe für Jungs schreiben wollte, habe ich mich an die Abenteuerwelt meiner Tochter erinnert und mir überlegt, wie es wohl wäre, wenn so ein Fantasiespiel Wirklichkeit werden würde. Daraus entwickelte sich die Idee mit dem Heldenschwur.

Warum schreibst du ausgerechnet über diese ekeligen Silberspinnen?
Ich finde Spinnen faszinierend. Ich war immer schon begeistert davon, was diese winzigen Tiere aus einem hauchzarten Faden für tolle Gebilde bauen können. Das habe ich dann noch weiter ausgereizt und mir die Roboterspinnen ausgedacht, die richtige Tunnels bauen können, die sogar von alleine leuchten.

Weshalb gibt es in Pauls Clique keine Mädchen?
Dann hätte der Reihentitel lauten müssen: „echte helden und heldinnen“. Aber im Ernst: Ich habe am Anfang mit verschiedenen Personenkonstellationen experimentiert, eine Art Heldencasting. Diese fünf Jungs haben dabei das Rennen gemacht – und natürlich der Hund.
Fortsetzung Jungsquote im Kinderbuch folgt :-)

Wer wissen möchte, was Tina Zang sonst noch geschrieben hat, sollte ihrer Internetseite besuchen. Amazon

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