Montag, 1. November 2010

Ein faszinierender Streifzug durch die Psychologie

Ein kleiner Trost für diejenigen, die heute mangels Feiertag arbeiten müssen: Ich arbeite auch. Allerdings sitze ich zu Hause und schaue auf die herbstlichen Bäume vor meinem Fenster, die Menschen, die über den Platz flanieren und die Tauben verjagen und tatsächlich ist da sogar eine Frau, die die Tauben füttert! 
Das sehe ich aber nur, wenn ich eine Lesepause mache. Ich arbeite mich nämlich gerade durch 12 Jahrgänge der Zeitschrift „Psychologie heute“ – ja, wirklich, es sind 12 Jahrgänge, als 144 Zeitschriften. Ich bin auf der Suche nach Studien zu meinem Kindheitstraum-Projekt (apropos: Ich warte noch auf die versprochenen E-Mails zu den Kindheitsträumen. Zu Erinnerung noch einmal der Link :-)

Bei der Suche sind mir aber auch viele andere interessante Dinge begegnet, z. B. über den Unterschied zwischen Wald- und Stadtspaziergang und die Bedeutung des Musikunterrichts für die Intelligenz. Zum Waldspaziergang habe ich einen Beitrag im Brigitte-Blog geschrieben, denn das ist wirklich interessant für alle Lerner. Der Zusammenhang zwischen Musikunterricht und Intelligenz beschäftigt mich aber noch ein bisschen. Laut einer Studie aus Toronto steigert sich nämlich der IQ schon, wenn ein Kind nur ein Jahr Musikunterricht hatte, nach sechs Jahren Musikunterricht hat sich der IQ durchschnittlich um 7,5 Punkte verbessert. Sollte der Flötenunterricht doch etwas gebracht haben, den ich über viele Jahre besucht habe? Es reicht übrigens nicht, nur Musik zu hören, man muss schon selbst aktiv zu werden, um den Effekt zu erzielen. Man vermutet, dass es daran liegt, dass durch die Noten und den Zeittakt der gespielten Lieder ein Gefühl für Struktur aufgebaut wurde. 

Ich grüble außerdem noch über einen Beitrag zum Kaugummikauen. Den habe ich deswegen gelesen, weil meine Schüler in der letzten Zeit beim Thema „Erörterung/Argumentation“ oft die Aufgabe bekamen: „Soll Kaugummikauen im Unterricht erlaubt werden?“ Ich dachte, die Pro-Argumente hätte sich ein pfiffiger Schulbuchautor ausgedacht. Nun weiß ich, es gab wirklich eine Studie in Großbritannien, allerdings an Erwachsenen, zum Kaugummikauen. Dabei hat sich gezeigt, dass Kaugummi-Kauer weniger gestresst sind und seltener Depressionen haben. Nicht-Kauer dagegen litten häufiger unter Stress, hohem Blutdruck und einem hohen Cholesterinspiegel. Nun überlege ich, ob ich meinen Schülern Kaugummis empfehlen soll. Vielleicht hat jemand von euch ja Erfahrungen damit. 

Nun stöbere ich weiter, ein Artikel über die „Langeweile als produktive Kraft“ ruft. Eigentlich brauchte ich den nicht zu lesen, denn Langeweile kenne ich nicht. Sollte das ein Nachteil sein? Mal sehen, was der Artikel sagt.
(Inzwischen sind übrigens Taubenfütterin und Tauben verschwunden.)

1 Kommentar:

  1. Wenn man aktiv musizieren will, erlernt man ja quasi auch eine andere Sprache, indem man ein Zeichensystem umsetzt in Musik. Außerdem fördert das Musizieren die Konzentration.
    Gruß Annette

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