Montag, 8. November 2010

Bücher gibt's - Der Elternknigge

Was ist das denn, ein Elternknigge? Ich gebe zu, das war mein erster Gedanke, als ich am letzten Montag von bild.de die Anfrage bekam, ob ich zu 15 Fragen Statements aus pädagogischer Sicht abgeben könnte. 15 Fragen? Knigge? Das kam mir doch merkwürdig vor.
Als ich dann recherchierte, dämmerte es langsam, dass mir einige der Fragen vor längerer Zeit im ZEIT-Magazin begegnet waren. Schon war meine Neugier geweckt.

Und dann las ich die Fragen: "Was mache ich, wenn mein Kind uns beim Sex erwischt?" Na super! Doch der Mensch wächst an seinen Herausforderungen. Also habe ich mir die 15 Fragen vorgeknöpft und fand schon am nächsten Tag das Ergebnis im Internet. Wer wissen möchte, was ich gesagt habe und welche Fragen ich sonst noch beantworten durfte, schaut hier.
Kaum war der Beitrag erschienen, klingelte schon das Telefon und ein Rundfunksender wollte ähnliche Statements von mir. Das hat mich dann doch endlich veranlasst, den Verlag um ein Rezensionsexemplar des Buches zu bitten. Am Wochenende habe ich es gelesen und war entzückt. Das ist doch mal ein Elternratgeber der anderen Art. ZEIT-Redakteure beantworten nämlich just die 15 Fragen, mit denen ich mit herumgequält habe, und noch weitere 135 Fragen. So sind interessante und mitunter amüsante Beiträge entstanden, die man so "weglesen" kann und die einen anregen, über die eine oder andere Verhaltensweise nachzudenken. Wenn ich so darüber nachdenke, ist das wirklich ein "Elternknigge", ein Buch nämlich, in dem Eltern ein Spiegel vorgehalten wird, wo sie sich ihren Kindern gegenüber manchmal "daneben" benehmen.
Die 150 Beiträge wurden in 12 Kapitel zusammengefasst, damit man den Überblick behält. Ein Stichwortverzeichnis am Schluss hilft aber auch dabei, einen Tipp für ein bestimmtes Thema zu finden. Die Kapitel haben Titel wie "Mein Kind, die Leute & ich" mit so interessanten Fragen wie "Was mache ich, wenn mein Kind mich peinlich finde?"oder "Konsum, Stil und Haltung?", wo Fragen wie "Muss ich meinem Kind das Sparen beibringen, wenn ich es selber nicht kann?" zum Nachdenken anregen.
In dem Buch geht es jedoch nicht nur ums Nachdenken, es macht auch Spaß und bringt einem so manche nette Situation mit Kindern in Erinnerung. Wem also noch ein Geschenk für sich selbst oder andere Eltern fehlt, dem sei dieses Buch empfohlen.
Und wer Lust hat, selbst einmal knifflige Fragen zu beantworten, hier sind ein paar Fragen, die ich gerne beantwortet hätte und die in dem Buch noch nicht vorkommen:
Darf ich mein Kind zu einer Demo gehen lassen?
Darf ich vor meinem Kind über andere Leute lästern?
Was tue ich, wenn mein Kind die Reste aus den Weingläsern unserer Party trinkt?
Muss ich mein Kind zwingen, ein Musikinstrument zu lernen?
Wie überrede ich mein Kind zum Sonntagsspaziergang?
Darf ich mein Kind zu einer Casting-Show anmelden?
Sollte ich mein Kind einen Film anschauen lassen, nur weil ihn alle sehen?
Darf ich mit meinem Kind WOW spielen?

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